Ätherische Öle für Diffuser: Reinheit, Dosierung und was nicht hineingehört
Ein Fläschchen ätherisches Öl steht in jedem Drogerieregal, sieht dort aus wie alle anderen und verrät auf den ersten Blick nicht, ob es in Ihr Gerät gehört. Dieser Beitrag sortiert die Begriffe, sagt, welche Angabe auf dem Etikett wirklich etwas bedeutet, und beantwortet die Frage, die uns am häufigsten erreicht: Wie viele Tropfen denn nun.
Ätherisches Öl, Duftöl, Aromaöl: drei Wörter, zwei Sachen
Ein ätherisches Öl ist der Auszug einer einzelnen Pflanze, meist destilliert oder gepresst. Lavendel, Eukalyptus, Zitrone. Es riecht nach genau dieser Pflanze, es schwankt von Ernte zu Ernte, und es hat den Charakter eines Rohstoffs.
Ein Duftöl ist eine Komposition. Es wird gemischt, oft mit Kopf-, Herz- und Basisnote wie ein Parfüm, und darf Bestandteile enthalten, die keine Pflanze hergibt. Deshalb gibt es Duftöle, die nach Leder, Amber oder frischer Wäsche riechen: Diese Gerüche wachsen nirgends.
Aromaöl ist kein geschützter Begriff und wird für beides verwendet. Wenn auf einer Packung nur „Aromaöl“ steht und sonst nichts, wissen Sie noch nichts.
Das eine ist nicht besser als das andere, sie haben nur verschiedene Zwecke. Wer aus Aromatherapie-Gründen kauft, will den Pflanzenauszug. Wer möchte, dass das Wohnzimmer abends nach etwas Bestimmtem riecht, greift oft zur Komposition, weil die stabiler und runder riecht.
Woran Sie Reinheit erkennen (und woran nicht)
Nachprüfen können Sie zu Hause nichts. Sie sind auf die Angaben des Anbieters angewiesen, und deshalb ist die einzige sinnvolle Frage: Welche Angaben macht er überhaupt.
Hilfreich sind eine botanische Bezeichnung, ein Herkunftsland, die Gewinnungsart, eine Chargennummer und eine Füllmenge, aus der Sie den Preis pro Milliliter ausrechnen können. Wenig hilfreich ist das Wort „naturrein“ allein im Werbetext, ohne dass daneben steht, um welche Pflanze es geht.
Bei Duftölen tritt an die Stelle der Pflanzenangabe der Verweis auf einen Branchenstandard. Scentech schreibt zu den eigenen ScentPods, sie entsprächen den IFRA-Normen des internationalen Duftstoffverbands und enthielten keine Parabene, Phthalate und kein Formaldehyd. Wir geben das als Herstellerangabe wieder, weil wir es nicht überprüfen können, und dasselbe gilt für jede andere Marke, die mit einer Norm wirbt.
Wie viele Tropfen gehören ins Wasser?
Die ehrliche Antwort ist unbefriedigend: Wir haben keine belastbare Zahl gefunden. Weder Medisana zum AD 620 noch Beurer zum LA 40 noch ASAKUKI zum Premium 400 ml nennen in den Angaben, die wir am 8. September 2026 gesehen haben, eine Tropfenzahl pro Füllung. Die Tanks unterscheiden sich dabei erheblich, von 0,18 Litern beim Beurer über 300 ml bei Medisana bis 400 ml bei ASAKUKI, und eine Dosierung, die im kleinsten Tank passt, ist im größten kaum wahrnehmbar.
Praktisch heißt das: Nehmen Sie die Empfehlung in der Anleitung Ihres eigenen Geräts als Obergrenze, fangen Sie darunter an und geben Sie lieber beim nächsten Mal einen Tropfen mehr dazu. Ein Öl, das Sie überdosiert haben, bekommen Sie nicht mehr aus dem Wasser heraus, und das Gerät läuft trotzdem die nächsten Stunden.
Aus derselben Lücke folgt eine zweite Sache, auf die wir Wert legen: Weil niemand die Tropfen pro Füllung angibt, lassen sich für lose Öle keine ehrlichen Kosten pro Monat ausrechnen. Wir schreiben deshalb überall dort „nicht angegeben“, wo andere Seiten eine Zahl hinschreiben.
Was nicht in den Tank gehört
Maßgeblich ist immer die Anleitung Ihres Geräts, denn sie ist die einzige Quelle, die den Innenraum kennt. Drei Dinge stehen dort in aller Regel:
- Kein fettes Trägeröl. Mandel-, Jojoba- oder Kokosöl sind für die Haut gemacht, nicht für eine Schwingplatte. Sie verdampfen nicht und hinterlassen einen Film.
- Nichts, was für ein anderes System gedacht ist. Kapseln, Pods und Nachfüller einer Marke gehören in die Geräte dieser Marke.
- Kein Öl in ein Gerät, das keines vorsieht. Reine Luftbefeuchter ohne Duftschale nehmen Sie das übel.
Dazu kommt der Punkt, den die US-Umweltbehörde EPA in ihrem Merkblatt zu Luftbefeuchtern macht: Ultraschall- und Impeller-Geräte können Mikroorganismen und Mineralien aus dem Wassertank in die Luft abgeben; empfohlen wird, den Tank täglich zu leeren und trocken zu wischen. Ein Ultraschall-Aroma-Diffuser arbeitet nach demselben Prinzip. Wer das ein paar Wochen schleifen lässt, riecht am Ende nicht mehr das Öl, sondern den Tank.
Kinder, Katzen und Hunde
Hier hören unsere Quellen auf, und deshalb hören auch wir auf. Wir geben zur Verträglichkeit einzelner ätherischer Öle bei Haustieren keine Empfehlung ab: Die Antwort hängt von Tier, Sorte und Menge ab, und wir haben keine Quelle, auf die wir uns berufen könnten. Fragen Sie im Zweifel Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.
Was sich in jedem Fall sagen lässt: Sorgen Sie für einen Raum, den Tier und Kind verlassen können, stellen Sie das Gerät außer Reichweite und dosieren Sie zurückhaltend. Scentech schreibt zu den eigenen Duftölen, sie seien für Haustiere geeignet; das ist eine Herstellerangabe, die wir nicht überprüfen können, und wir behandeln sie wie jede andere.
Wenn das Gerät ohne Wasser arbeitet
Bei der Kaltvernebelung entfällt der Tank, und damit entfällt auch die Tropfenfrage. Das Öl wird unverdünnt zerstäubt, was den Duft kräftiger macht und die Dosierung an die Elektronik abgibt: Sie stellen eine Stufe ein, nicht eine Menge.
Der Preis dafür ist die Bindung an ein System. Ein Scentech-Diffuser läuft mit den ScentPods von Scentech, 65 ml für 29,95 € inkl. MwSt., also 0,46 € pro ml; andere Öle fallen aus der Garantie. Aemster, eine niederländische Marke mit derselben Technik, verkauft eigenes Duftöl zu 25,95 bis 35,95 € je 15 ml, das sind 1,73 bis 2,40 € pro ml (aemster.com, 8. September 2026). ipuro arbeitet mit Duftkapseln, die laut Händler etwa 40 Stunden reichen; einen verifizierten Kapselpreis haben wir nicht.
Wer eine Sammlung an Fläschchen hat und sie weiter benutzen möchte, sollte deshalb beim Wassertank bleiben. Wer die Fläschchen ohnehin nicht mehr anfasst, bekommt beim geschlossenen System den niedrigsten Preis pro Milliliter, den wir in diesem Vergleich gefunden haben.

Wenn Sie das Zählen loswerden möchten: Bei Scentech gibt es den Diffuser gratis ab 5 Düften (Diffuser Lite), ab 7 Düften den Diffuser 2 und ab 9 Düften den Pro Diffuser, wenn Sie über die Aktionsseite bestellen. 30 Tage Rückgabe · 1 Jahr Garantie · Versand aus den Niederlanden.
Anzeige Zum Angebot bei ScentechKurz zusammengefasst
Ätherisches Öl ist ein Pflanzenauszug, Duftöl eine Komposition, Aromaöl ein Wort ohne feste Bedeutung. Reinheit erkennen Sie nur an den Angaben des Anbieters, nicht am Preis. Eine allgemeingültige Tropfenzahl gibt es nicht, weil kein Gerätehersteller in diesem Vergleich eine nennt; die Anleitung Ihres Geräts ist die Obergrenze. Fettes Trägeröl und systemfremde Nachfüller bleiben draußen, der Tank wird regelmäßig trocken gewischt. Und wenn Sie ein Gerät ohne Wasser wählen, entscheiden Sie sich mit dem Gerät zugleich für ein Ölsystem, also rechnen Sie vorher den Preis pro Milliliter aus. Wie das für ein ganzes Jahr aussieht, steht in Was Diffuser-Öl im Monat kostet; die Kaufentscheidung selbst haben wir im Ratgeber auf der Startseite durchgespielt.