Raumduft selber machen mit Zutaten aus dem Haushalt

Raumduft lässt sich mit wenigen Zutaten selbst herstellen, als Duftstäbchen im Glas, als Raumspray, als Simmertopf auf dem Herd oder trocken mit Lavendel und Gewürzen. Welche Methode passt, hängt davon ab, ob der Duft still im Hintergrund stehen oder nur für einen Moment da sein soll.

Von der Redaktion von Diffuser-Öl RatgeberAktualisiert am 18. September 20266 Min. Lesezeit

Klares Glasfläschchen mit Duftstäbchen, braune Sprühflasche ohne Etikett, ein Bund getrockneter Lavendel, eine halbe Orange mit Schalenstreifen, Zimtstangen und Sternanis auf einem Tuch auf einem Holztisch am Fenster

Kurz gesagt

  • Duftstäbchen im Glas duften leise und durchgehend, ein Raumspray wirkt sofort und verfliegt rasch.
  • Ein Simmertopf mit Zitrusschalen und Gewürzen duftet nur, solange er unter Aufsicht köchelt.
  • Selbst gemachter Raumduft bleibt dezent und lässt sich nicht regeln; für große Räume ist ein elektrischer Diffuser die stärkere Lösung.

Vier Wege und wofür sie taugen

Keine der vier Methoden ersetzt das Lüften, und ein Geruch aus Mülleimer oder Abfluss verschwindet erst mit seiner Ursache. Für alles danach hilft diese Übersicht.

MethodeSo duftet sieGrenze
Duftstäbchen im GlasLeise und durchgehend, solange Flüssigkeit im Glas stehtNicht regelbar, wirkt vor allem in der Nähe
RaumspraySofort, aber kurzVerfliegt rasch, vor jedem Sprühen schütteln
SimmertopfSolange der Topf sanft köcheltNur unter Aufsicht, bringt Feuchtigkeit in die Küche
Säckchen und DuftglasSehr dezent, aus der NäheEher für Schrank und Schublade als für ein Zimmer

Duftstäbchen im Glas ansetzen

Die Stäbchen saugen eine duftende Flüssigkeit nach oben, an ihrer Oberfläche verdunstet sie in den Raum. Dafür muss die Flüssigkeit dünn genug sein und das Stäbchen offene Poren haben. Rattanstäbchen aus dem Bastelbedarf sind dafür gemacht. Schaschlikspieße aus Bambus sehen ähnlich aus, saugen aber deutlich schlechter.

  1. Ein kleines Glas mit engem Hals wählen. Je enger die Öffnung, desto langsamer verdunstet der Inhalt.
  2. Das Glas gut zur Hälfte mit einem dünnflüssigen, geruchsarmen Trägeröl füllen. Häufig genannt werden Mandelöl, Distelöl oder fraktioniertes Kokosöl.
  3. Ätherisches Öl zugeben. Eine feste Formel gibt es nicht, die Angaben in Anleitungen gehen weit auseinander. Beginnen Sie sparsam und dosieren Sie nach, wenn der Duft zu schwach bleibt.
  4. Wer mag, gibt einen kleinen Schuss hochprozentigen, klaren Alkohol dazu. Er macht die Mischung dünner, sodass sie leichter aufsteigt.
  5. Alles schwenken, einige Stäbchen hineinstellen und sie umdrehen, sobald das untere Ende durchtränkt ist.

Lässt der Duft nach, drehen Sie die Stäbchen erneut um. Mehr Stäbchen geben mehr Duft ab und leeren das Glas schneller. Stellen Sie das Glas auf einen Untersetzer, denn Öltropfen können Lack und Holz angreifen. Riecht das Trägeröl mit der Zeit ranzig, ersetzen Sie Mischung und Stäbchen.

Raumspray in der Sprühflasche mischen

Ein Raumspray ist die schnellste Variante, etwa für das Bad oder nach dem Kochen. Weil sich Öl und Wasser nicht verbinden, kommt zuerst etwas hochprozentiger, klarer Alkohol in die Flasche, dann das ätherische Öl, und erst danach wird mit destilliertem oder abgekochtem Wasser aufgefüllt. Der Alkohol hilft, das Öl feiner zu verteilen, ganz lösen wird es sich nicht.

Als Ausgangspunkt nennen viele Haushaltsanleitungen zehn bis zwanzig Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml. Beginnen Sie am unteren Ende, nachdosieren geht immer. Schütteln Sie die Flasche vor jedem Gebrauch und sprühen Sie in die Raummitte nach oben, nicht auf Möbel, Polster oder Vorhänge. Wer Textilien dennoch einsprüht, probiert es zuerst an einer unauffälligen Stelle aus, denn vor allem Zitrusöle können Flecken hinterlassen.

Setzen Sie nur kleine Mengen an und brauchen Sie sie bald auf, denn die Mischung enthält nichts, was sie haltbar macht. Eine Sprühflasche aus Glas ist die sichere Wahl, weil ätherische Öle manche Kunststoffe angreifen. Beschriften Sie die Flasche, damit niemand sie verwechselt.

Simmertopf mit Zitrusschalen und Gewürzen

Der Simmertopf kommt ganz ohne ätherische Öle aus. Ein kleiner Topf wird mit Wasser gefüllt, hinein kommen Schalen und Gewürze, dann zieht alles bei niedriger Hitze vor sich hin. Das Wasser soll nur leise köcheln, nicht sprudeln.

  • Herbst und Winter: Orangenschale, Zimtstange, einige Nelken, Sternanis.
  • Frisch und klar: Zitronenschale, ein Zweig Rosmarin, ein paar Pfefferkörner.
  • Weich und warm: Apfelschalen, Vanilleschote, eine Scheibe Ingwer.

Gießen Sie Wasser nach, bevor der Topf trocken läuft, und lassen Sie den Herd nie unbeaufsichtigt an. Sobald die Platte aus ist, lässt der Duft nach. Der Simmertopf passt deshalb zu einem Nachmittag, an dem ohnehin jemand in der Küche ist. Wer ein Stövchen mit Teelicht verwendet, behandelt es wie jede offene Flamme.

Trocken duften lassen mit Lavendel, Nelken und Natron

Für Schrank, Schublade und Wäschekorb sind trockene Varianten die bessere Wahl, weil nichts auslaufen kann. Getrocknete Lavendelblüten kommen in ein kleines Säckchen aus Stoffresten. Wird der Duft schwächer, genügt es, das Säckchen zwischen den Fingern zu drücken. Ein Klassiker für die Adventszeit ist die mit Nelken gespickte Orange.

Natron gilt als Hausmittel, das Gerüche bindet. Geben Sie einige Löffel in ein Schraubglas, träufeln Sie wenig ätherisches Öl darauf und verschließen Sie das Glas mit einem gelochten Deckel oder einem Stück Stoff. Im Schuhschrank leistet es gute Dienste, einen ganzen Raum beduftet es nicht.

Welche Düfte sich für den Anfang eignen

Wenige Öle reichen völlig. Zitrone und Orange riechen hell und verfliegen schnell, sie passen gut ins Raumspray. Lavendel empfinden viele als ruhig und angenehm, Zeder und andere Hölzer halten sich in Stäbchen länger als Zitrus. Mischen Sie anfangs höchstens zwei oder drei Öle. Auf unserer Startseite lesen Sie, welcher Duft zu welchem Moment passt, vom Arbeitstag bis zum Abend.

Wo selbst gemachter Raumduft an Grenzen stößt

Alle vier Methoden arbeiten passiv oder nur für den Augenblick. Stäbchen und Säckchen riechen Sie vor allem in ihrer Nähe, in einem großen Wohnzimmer oder einem offenen Grundriss verlieren sie sich. Die Stärke lässt sich nicht einstellen, der Duft wird mit der Zeit schwächer. Das Raumspray muss immer wieder neu gesprüht werden, der Simmertopf braucht jemanden am Herd.

Ein elektrischer Diffuser setzt genau dort an. Er gibt den Duft aktiv in die Luft ab, und bei vielen Geräten lassen sich Laufzeiten und Stärke einstellen. Wichtig ist, dass Gerät und Öl zusammenpassen. Eigene ätherische Öle gehören in einen Ultraschall-Diffuser mit Wasser, fertige Duftöle in ein Kaltluftgerät ohne Wasser. Unsere Übersicht zeigt, welches Gerät zu welchem Öl gehört und was das Öl im Monat kostet.

Ein Beispiel für die zweite Bauart sind die Smart Aroma Diffuser von Scentech. Sie vernebeln das Duftöl ohne Wasser und ohne Wärme, werden per App mit Zeitplan gesteuert, und laut Hersteller reichen sie je nach Modell für bis zu 40, 65 oder 100 m². Selbst gemischte Öle sind dafür nicht vorgesehen. Die Düfte gibt es ausschließlich als Pods von Scentech.

Wenn der Duft den ganzen Raum erreichen soll

Unser Ratgeber erklärt, welches Öl in welchen Diffuser gehört, welche Düfte zu welchem Moment passen und was das Öl pro Monat kostet.

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