Was sind ätherische Öle und wie werden sie gewonnen
Ätherische Öle sind stark konzentrierte, flüchtige Duftstoffe, die eine Pflanze in Blüten, Blättern, Schalen, Holz oder Harz bildet und die durch Wasserdampfdestillation oder durch Pressen aus ihr herausgelöst werden. Sie enthalten kein Fett, verdunsten an der Luft und riechen nach genau der Pflanze, aus der sie stammen.
Von der Redaktion von Diffuser-Öl RatgeberAktualisiert am 23. September 20266 Min. Lesezeit

Kurz gesagt
- Ein ätherisches Öl ist der flüchtige Duftanteil einer einzigen Pflanze, gewonnen mit Wasserdampf oder durch Pressen der Schale.
- Zitrus, Kräuter, Blüten, Hölzer und Harze sind die fünf Familien, denen man im Haushalt begegnet.
- Wenige Tropfen genügen; die Öle werden dunkel und verschlossen gelagert, kommen nie pur auf die Haut und nicht in den Mund.
Woher der Duft in der Flasche kommt
Pflanzen bilden Duftstoffe in winzigen Drüsen und Zellen: der Lavendel in seinen Blüten, die Orange in der Schale, der Eukalyptus im Blatt, die Zeder im Holz und der Weihrauchbaum in seinem Harz. Diese Stoffe sind flüchtig, sie gehen also leicht in die Luft über. Genau deshalb riechen Sie die Pflanze, wenn Sie ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben.
Um diesen Duftanteil zu gewinnen, gibt es zwei klassische Wege. Bei der Wasserdampfdestillation strömt Dampf durch das Pflanzenmaterial, nimmt die Duftstoffe mit und wird anschließend wieder abgekühlt. Weil sich Öl und Wasser nicht mischen, schwimmt das ätherische Öl oben auf und lässt sich abschöpfen. Das übrig gebliebene Wasser, das Hydrolat, riecht ebenfalls, nur viel schwächer.
Zitrusöle entstehen anders. Die Schalen von Orange, Zitrone, Grapefruit oder Bergamotte werden kalt gepresst, ähnlich wie beim Schälen einer Orange ein feiner Sprühnebel aus der Schale spritzt. Ein drittes Verfahren, die Extraktion mit Lösungsmitteln, wird bei empfindlichen Blüten wie Jasmin eingesetzt. Das Ergebnis heißt dann Absolue und gilt im engeren Sinn nicht als ätherisches Öl.
Warum so viel Pflanze in so wenig Öl steckt
Der Duftanteil macht nur einen winzigen Teil der Pflanze aus. Für ein kleines Fläschchen wird deshalb eine große Menge an Blüten, Blättern oder Schalen gebraucht, und bei manchen Pflanzen, etwa Rosenblüten, ist der Ertrag besonders gering. Das erklärt zwei Dinge auf einmal: die kleinen Fläschchen mit wenigen Millilitern und die großen Preisunterschiede zwischen einem Öl aus Orangenschalen und einem aus Rosenblüten.
Weil das Öl so konzentriert ist, trägt das dunkle Glasfläschchen einen Tropfeinsatz im Hals. Er gibt nur einen Tropfen auf einmal frei, und in einem Diffuser, auf einem Duftstein oder in einer Mischung werden Tropfen gezählt, nicht Löffel. Wer zum ersten Mal an einer offenen Flasche riecht, ist oft überrascht, wie scharf und eindringlich ein Öl aus der Nähe wirkt, das im Raum später weich und angenehm sein kann.
Fünf Duftfamilien, denen Sie im Haushalt begegnen
Die Zahl der Pflanzen, aus denen ätherische Öle gewonnen werden, ist groß. Für den Hausgebrauch genügt es, fünf Gruppen zu kennen, denn innerhalb einer Gruppe riechen die Öle verwandt.
| Familie | Beispiele | Pflanzenteil | So riechen viele sie |
|---|---|---|---|
| Zitrus | Orange, Zitrone, Grapefruit, Bergamotte | Schale | Hell, spritzig, frisch; verfliegt schnell |
| Kräuter | Rosmarin, Pfefferminze, Eukalyptus, Thymian | Blatt und Kraut | Klar, grün, kühl, teils kampferartig |
| Blüten | Lavendel, Neroli, Ylang-Ylang, Rose | Blüte | Weich, süß, blumig |
| Hölzer | Zeder, Sandelholz, Zirbe | Holz, Wurzel | Warm, trocken, bleibt lange im Raum |
| Harze | Weihrauch, Myrrhe, Benzoe | Harz | Balsamisch, schwer, leicht rauchig |
Als grobe Faustregel gilt: Zitrus und Kräuter riechen Sie sofort und kurz, Hölzer und Harze kommen langsam und bleiben. Deshalb werden in Mischungen oft eine leichte und eine schwere Familie kombiniert. Welche Familie zu welcher Tageszeit und welchem Raum passt, zeigt auf der Startseite unsere Zuordnung von Duft zu Tageszeit und Raum.
Was das Etikett verrät
Ein Fläschchen, das seinen Namen verdient, nennt mehr als nur ein Wort wie Lavendel oder Orange. Vier Angaben lohnen den Blick, ganz gleich, von welchem Anbieter das Öl stammt.
- Botanischer Name, etwa Citrus sinensis für die süße Orange, damit eindeutig ist, welche Pflanze gemeint ist.
- Pflanzenteil und Verfahren, zum Beispiel Schale, kalt gepresst, oder Blüte, wasserdampfdestilliert.
- Der Hinweis 100 % naturrein, der besagt, dass nur das Öl dieser einen Pflanze enthalten ist. Steht dort Duftöl, Parfümöl oder Duftmischung, ist der Inhalt komponiert oder verdünnt.
- Herkunftsland und Charge, Gefahrenhinweise und die Angabe, dass es sich um ein Konzentrat handelt.
Fehlt der botanische Name, ist das Öl deshalb nicht automatisch schlecht, aber Sie wissen nicht, was Sie kaufen. Bei Mischungen kommt es darauf an, ob alle Bestandteile ätherische Öle sind oder ob ein Trägeröl oder Alkohol beigemischt wurde, denn das entscheidet darüber, in welches Gerät die Mischung darf.
So werden ätherische Öle zu Hause verwendet
Im Wohnbereich haben ätherische Öle nur eine Aufgabe: ihren Duft in die Luft zu bringen. Dafür gibt es passive Wege ohne Strom und aktive Wege mit Gerät.
- Duftstein, Tonscheibe oder Holzklötzchen: wenige Tropfen auf die Oberfläche, der Duft verdunstet von selbst und bleibt in der näheren Umgebung.
- Duftlampe: Tropfen ins Wasser über dem Teelicht. Die Wärme treibt den Duft schneller aus, verändert ihn aber, und die Flamme braucht Aufsicht.
- Ultraschall-Diffuser: Tropfen auf den gefüllten Wassertank, ein feiner Nebel trägt sie ins Zimmer. Der verbreitetste Weg, reines Öl in einem ganzen Raum zu verteilen.
- Vernebler ohne Wasser: das Fläschchen wird direkt angeschlossen, das Öl geht pur in die Luft. Kräftig, deshalb sparsam einstellen.
Geräte mit fertigen Duftbehältern ihres Herstellers nehmen eigene Öle dagegen nicht auf. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein Blick darauf, welche Diffuser sich mit reinem ätherischem Öl befüllen lassen und welche nur mit fertigen Pods arbeiten.
Wo Vorsicht geboten ist
Im Alltag genügt eine einfache Gewohnheit: mit wenigen Tropfen anfangen, das Gerät mit Pausen laufen lassen und zwischendurch lüften. Die Nase stumpft gegenüber einem Duft ab, den sie ständig riecht; wer deshalb immer weiter nachtropft, bemerkt die Menge selbst kaum, Gäste dagegen sofort.
Richtig aufbewahren
Ätherische Öle reagieren mit Luft, Licht und Wärme. Ein Öl, das lange offen stand oder in der Sonne lag, verliert zuerst seine frischen Noten und riecht später stumpf oder stechend. Zitrusöle sind dafür am anfälligsten, Hölzer und Harze halten sich am längsten. Drei Gewohnheiten reichen: den Deckel gleich nach dem Tropfen zudrehen, das Fläschchen stehend an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren und kleine Größen kaufen, die Sie in absehbarer Zeit aufbrauchen.
Gerade bei den teuren Ölen aus Blüten zahlt sich das aus. Was ein Milliliter ätherisches Öl gegenüber Duftöl kostet und wie viel davon ein Gerät im Monat verbraucht, rechnen wir auf der Startseite in der Kostenrechnung für Öl und Pods im Diffuser vor.
Vom Öl zum passenden Gerät
Unser Ratgeber ordnet Düfte nach Moment, vergleicht die Kosten von ätherischem Öl und Duftöl und zeigt, welches Gerät welches Öl aufnimmt.